E-Mail info@siemerundpartner.de
Telefon +49 421 33763-0
Siemer + Partner

27. September 2021

Siemer + Partner

Betriebsrentenstärkungsgesetz: Entgeltumwandlungen aus Altverträgen sind ab 2022 zuschusspflichtig

Bereits 2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) in Kraft getreten, das einen Zuschuss des Arbeitgebers auf Entgeltumwandlungen vorschreibt, wenn nicht tarifvertragliche Regelungen der Anwendung entgegenstehen. Diese Pflicht gilt auch für Altverträge – mit einer Übergangsfrist, die im Januar 2022 abläuft.

Im Rahmen des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (§1a Abs. 1a i. V. m. § 26a BetrAVG) gilt ab dem 01.01.2022 für alle Verträge der betrieblichen Altersvorsorge, dass der Arbeitgeber 15 Prozent des umgewandelten Entgelts zusätzlich als Arbeitgeberzuschuss an den Pensionsfonds, die Pensionskasse oder die Direktversicherung weiterleiten muss, soweit er durch die Entgeltumwandlung Sozialversicherungsbeiträge einspart.

Für Arbeitgeber besteht daher Handlungsbedarf in Bezug auf alle existierenden Verträge der betrieblichen Altersvorsorge:

Im ersten Schritt muss geklärt werden, wie der Arbeitgeberzuschuss für eingesparte Sozialversicherungsbeiträge berechnet werden soll. Hier gibt es drei Möglichkeiten:

 

  1. Die SV-Ersparnis wird „spitz“ abgerechnet und nur der tatsächlich ersparte Betrag wird weitergegeben (dieser kann evtl. auch mal die 15% übersteigen). Hier kommt es zu monatlich schwankenden Arbeitgeberzuschüssen.
  2. Die SV-Ersparnis wird „spitz“ abgerechnet, jedoch maximal 15% des Umwandlungsbetrags. Auch hier kommt es zu monatlich schwankenden Arbeitgeberzuschüssen.
  3. Die SV-Ersparnis wird mit pauschal 15% des Umwandlungsbetrags abgerechnet, auch wenn die tatsächliche Ersparnis an SV-Beiträgen niedriger ist. Hier wird monatlich ein gleichbleibender Betrag als Arbeitgeberzuschuss gezahlt. Dieser wird mit der Januar-Abrechnung einmalig im Programm eingepflegt.

Im zweiten Schritt muss mit den jeweils zuständigen Anbietern der Versicherung bzw. mit den Arbeitnehmern geklärt werden, wie der Arbeitgeberzuschuss auf die betriebliche Altersvorsorge angerechnet werden soll. Auch hier gibt es drei Möglichkeiten:

 

  1. Auf-Hundert-Lösung (zusätzliche Zahlung): die Arbeitnehmer-Entgeltumwandlung bleibt unverändert und Sie als Arbeitgeber zahlen 15% zusätzlich. Bei dieser Lösung erhöht sich die Zahlung auf den Vertrag und muss daher mit der Versicherung abgesprochen werden. Aber Achtung! Die Versicherungen versuchen hier gerne einen neuen Vertrag (zu momentan wesentlich schlechteren Konditionen) abzuschließen. Rechenbeispiel: AN-Entgeltumwandlung 200,00 Euro / davon 15% = 30,00 Euro Arbeitgeberzuschuss / der Vertrag erhöht sich auf 230,00 Euro.
  2. In-Hundert-Lösung: Der Vertrag bleibt unverändert. Die Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers reduziert sich auf 85% des Beitrages und Sie als Arbeitgeber zahlen 15%. Bei dieser Lösung muss wg. der Reduzierung der Entgeltumwandlung mit dem Arbeitnehmer gesprochen und eine neue Entgeltumwandlungsvereinbarung getroffen werden. Rechenbeispiel (wie oben): AN-Entgeltumwandlung reduziert sich auf 173,91 Euro / davon 15% = 26,09 Euro Arbeitgeberzuschuss / der Vertrag bleibt unverändert bei 200,00 Euro.
  3. Von-Hundert-Lösung: Der Vertrag bleibt unverändert. Die Entgeltumwandlung des Arbeitnehmers wird um 15% reduziert. Dadurch zahlen Sie als Arbeitgeber allerdings einen höheren Zuschuss als 15%. Bei dieser Lösung muss ebenfalls mit dem Arbeitnehmer eine neue Entgeltumwandlungsvereinbarung getroffen werden. Rechenbeispiel (wie oben): AN-Entgeltumwandlung reduziert sich um 15% auf 170,00 Euro / 30,00 Euro Arbeitgeberzuschuss entspricht hier 17,65% / der Vertrag bleibt unverändert bei 200,00 Euro.

 

Bei der Auswahl der für Arbeitgeber und Arbeitnehmer bestmöglichen Umsetzung unterstützen wir gerne – auch mit Berechnungsalternativen.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ihn teilen.

Wir verwenden die neue c't-Shariff-Technologie für besseren Datenschutz.