E-Mail info@siemerundpartner.de
Telefon +49 421 33763-0

Eine Stiftung als alternative Lösung für das Familienerbe

Wie Sie Ihr Vermögen dauerhaft in gute Hände legen

Eine Stiftung erhält privates und/oder unternehmerisches Vermögen für einen vom Stifter festgelegten Zweck. Immer mehr Mittelständler entscheiden sich daher für die Gründung einer Stiftung, um den eigenen Nachlass zu regeln. Wie Sie Ihr Familienerbe dauerhaft absichern, weiß Martin Siemer.

H

err Siemer, was motiviert Ihre Mandanten zu stiften?

Martin Siemer: Die Motive für die Gründung einer Stiftung sind so vielfältig wie auch die Formen der Stiftungen, insbesondere gemeinnützige und Familienstiftungen. Einige Mandanten kommen zu uns, weil sie kinderlos sind und es keine geeigneten Erben gibt – andere schaffen mit einer Stiftung klare Verhältnisse unter streitenden Erben. Viele Mandanten stiften aber auch ganz bewusst für einen guten Zweck: Sie wollen beispielsweise ein Stück Natur schützen, eine Bildungseinrichtung fördern oder ein Krankenhaus unterstützen. Es gibt aber auch privatwirtschaftliche Motive für die Gründung einer Stiftung: Der „Familienpatriarch“ kann z. B. den dauerhaften Erhalt des Familienunternehmens im Rahmen einer Familienstiftung anstreben. Oberstes Ziel einer Stiftung ist die Verwirklichung des Stiftungszwecks. Um das gewährleisten zu können, muss die Stiftung grundsätzlich das Grundstockvermögen (Ausnahme: die sogenannte Verbrauchsstiftung) dauerhaft erhalten. Nur die erwirtschafteten Erträge dürfen im Sinne des Stifters eingesetzt werden.

Welche Stiftungsformen gibt es?

Martin Siemer: In Deutschland gibt es vor allem selbstständige Stiftungen. Selbstständige Stiftungen verfolgen in den meisten Fällen gemeinnützige Zwecke. Der Stiftungsvorstand verwaltet das Stiftungskapital gemäß der Stiftungssatzung.
Ein anderer Stiftungstyp ist die unselbstständige, gemeinnützige Stiftung. Der Stifter überträgt sein Stiftungsvermögen einem Treuhänder, der das Sondervermögen im Sinne des Stifters verwaltet. Diese sogenannten Treuhandstiftungen sind nicht rechtsfähig: Der Treuhänder vertritt sie in allen rechtlichen Angelegenheiten. Stifter, die keine eigene Stiftung gründen möchten, können zustiften: Zustiftungen sind Zuwendungen an bestehende Stiftungen und erhöhen das Grundstockvermögen einer Stiftung – das zugestiftete Vermögen muss ebenfalls erhalten und darf nicht verzehrt werden. Neben Barvermögen können Stifter beispielsweise Immobilien, Grundstücke, Wertpapiere aber auch Kunstwerke in die Stiftung einbringen. Neben diesen gemeinnützigen Stiftungsformen gibt es auch private Stiftungen – eine Variante ist die Familienstiftung. Die Familienstiftung dient dem Interesse der Familie. 

Was unterscheidet Familienstiftungen von gemeinnützigen Stiftungen?

Martin Siemer: Gemeinnützige Stiftungen sind steuerbefreit. Der Stiftungsvorstand kann mit den erwirtschafteten Brutto-Erträgen operieren. Familienstiftungen sind grundsätzlich nicht gemeinnützig – deshalb sind sie steuerpflichtig. Familienstiftungen unterliegen unter anderem der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Bringt eine Person Kapital in die Familienstiftung ein, fällt Schenkungsteuer an. Doch auch bei Familienstiftungen gibt es Freibeträge. Die Höhe der Freibeträge richtet sich nach dem Verwandtschaftsverhältnis des begünstigten Familienmitglieds, das am entferntesten mit dem Stifter verwandt ist. 

Die Familienstiftung bringt demnach keine steuerlichen Vorteile. Wieso entscheiden sich Stifter dennoch für die Gründung einer Familienstiftung?

Martin Siemer: Familienstiftungen bieten die Möglichkeit ein Familienunternehmen dauerhaft zu erhalten. Daher nutzen viele Unternehmerfamilien die Familienstiftung als alternative Nachfolgelösung. Familienstiftungen verhindern, dass das unternehmerische Vermögen durch Erbgänge zersplittert wird. Gleichzeitig gewährleistet die Familienstiftung die finanzielle Absicherung der Begünstigten. Stifter können den Kreis der sogenannten Destinatäre genau abgrenzen und festlegen, wie viel Geld die Stiftung an die Familie weiterreichen muss.

Als Stifter bestimmen Sie die Spielregeln. Sie steuern, wer bedacht werden soll – und wer nicht.
Martin Siemer, geschäftsführender Partner der Kanzlei SIEMER + PARTNER

Welche Vorteile hat eine Familienstiftung noch?

Martin Siemer: Stifter ersparen sich Konflikte innerhalb der Erbengemeinschaft. Die Familienstiftung ist dann z. B. Gesellschafterin des Familienunternehmens. Das bedeutet: Wenn das Unternehmen Erträge ausschüttet, bekommt die Familie z. B. einen unumstößlich festgelegten Betrag. Die klassische Erbengemeinschaft muss sich dagegen untereinander einigen, was häufig zu Konflikten in der Familie führt.

Wem empfehlen Sie die Gründung einer Stiftung?

Martin Siemer: Ob eine Stiftung sinnvoll ist, prüfen wir im Einzelfall. Wir besprechen mit unseren Mandanten: Welche Stiftungsform passt zur jeweiligen Lebenssituation? Wie soll der Stiftungszweck formuliert werden? Wer sind die potenziellen Destinatäre? Im Dialog mit unseren Mandanten entwickeln wir maßgeschneiderte Lösungen für individuelle Persönlichkeiten.

Herr Siemer, vielen Dank für das Gespräch.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ihn teilen.

Wir verwenden die neue c't-Shariff-Technologie für besseren Datenschutz.