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Beratung 4.0

Wie die digitale Zeit einen neuen Takt anschlägt

Neue Technologien setzen neue Maßstäbe im Finanzmanagement. Die digitale Finanzbuchhaltung ist in vielen mittelständischen Unternehmen schon alltäglich. Aus gutem Grund, denn eine traditionelle analoge Buchführung entwickelt sich zunehmend zum Hindernis, beispielsweise wenn es gilt, einen Unternehmensnachfolger zu finden. Martin Siemer, geschäftsführender Partner der Kanzlei SIEMER + PARTNER erklärt, wie die digitale Zeit die Prozesse in Unternehmen und Kanzleien verändert. 

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err Siemer, die Digitalisierung krempelt den Arbeitsalltag in den Unternehmen um. Was hat sich für Ihre Mandanten verändert?

Martin Siemer: Ich bin jetzt seit über 20 Jahren als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater tätig. In meinen ersten Jahren war es so: Wenn ein Mandant z. B. im August mit einem Anliegen kam, bildete die Jahresbilanz des Vorjahres die Basis für die Beratung – ganz egal, ob es sich um ein Nachfolgethema oder um ein Finanzierungsthema handelte. Die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Schnelligkeit auf allen Ebenen und in allen Prozessen macht so ein Szenario heute undenkbar.  

Was ist heute anders?

Martin Siemer: Die digitale Zeit fordert, dass Unternehmer jederzeit Auskunft über ihre betriebswirtschaftliche Situation geben müssen und wollen. Angenommen, ein kinderloser Unternehmer sucht einen geeigneten Kandidaten für die Unternehmensnachfolge: Um einen externen Manager von den Qualitäten seines Unternehmens zu überzeugen, braucht er hochaktuelle Zahlen. Der Manager erwartet Zahlen für das Gesamtunternehmen, monatliche Zwischenbilanzen und differenzierte Auswertungen. Kann ein Unternehmen diese Zahlen, z. B. nach Kostenstellen, nicht vorweisen, wird kein (guter) Manager an der Nachfolge interessiert sein.  

Worauf müssen Mittelständler heute noch achten?

Martin Siemer: Die Kommunikation muss sich am Stand der Technik orientieren – andernfalls ist ein Unternehmen nicht zukunftsfähig. Die Kommunikation zwischen Unternehmen, Geschäftspartnern und Kunden muss schnell und reibungslos funktionieren. Aber auch Datensicherheit ist ein großes Thema. Wir als Berater beraten unsere Mandanten immer wieder dahingehend, in diesen Punkten am Ball zu bleiben – damit ihr Unternehmen attraktiv bleibt, die Ertragskraft erhalten bleibt und/oder z. B. ein attraktiver Verkauf stattfinden kann.

Zusammengefasst: Die digitale Zeit gibt ein neues Tempo vor – sowohl im Rechnungswesen, den betrieblichen Abläufen als auch in der Kommunikation. Wie beeinflussen diese Entwicklungen die Arbeit in den Kanzleien?

Martin Siemer: Die neuen Technologien verändern die Beratung von Grund auf: Die Kommunikation folgt einem schnelleren Rhythmus. Ein Beispiel aus der Praxis: Eine wohlhabende Unternehmerfamilie möchte eine Familienstiftung gründen. Wir als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer beraten die Familie in wirtschaftlichen und kaufmännischen Fragen. Ist die Familienstiftung die passende Stiftungsform? Wie soll der Stiftungszweck formuliert werden? Wer sind die sogenannten Destinatäre, die Begünstigten, denen die Erträge des Stiftungsvermögens zufließen? Außerdem klären wir, wie der Sachverhalt steuerlich zu würdigen ist. Auf diese Weise entwickeln wir ein tragfähiges finanzielles Grundgerüst. Im nächsten Schritt geben wir dieses Dokument an die Rechtsanwälte weiter. Die Digitalisierung hat diesen Informationsaustausch erheblich beschleunigt.

Die Digitalisierung ist Teil unserer Realität. Wer auf Dauer erfolgreich sein will, muss mit dem Tempo der digitalen Zeit Schritt halten.
Martin Siemer, geschäftsführender Partner der Kanzlei Siemer + Partner

Wie hat sich der Informationsaustausch genau verändert?

Martin Siemer: Noch vor einigen Jahren hätten wir unsere Empfehlungen ausgedruckt, zur Post gebracht, und der Brief wäre zwei Tage später beim Rechtsanwalt angekommen. Der Rechtsanwalt hätte die Stiftungssatzung formuliert und uns zur Korrektur geschickt. Da wir heute mit digitalen Dokumenten arbeiten, ist der Austausch von Dateien ruckzuck erledigt. Wir verschicken die Entwürfe per E-Mail und können sie z. B. abends auf dem Tablet lesen und kommentieren. Der Korrekturprozess ist nicht nur schneller, sondern auch transparenter geworden. Mitarbeiter und Berater können auf die Unterlagen zugreifen und sie zeitgleich bearbeiten. Auf diese Weise ist immer ersichtlich, wer welche Änderungen an dem Dokument vorgenommen hat.

Wie reagiert Ihre Kanzlei auf die Digitalisierung?

Martin Siemer: Wir sind uns dieser Entwicklung sehr bewusst und beobachten die Veränderungen genau. Unsere Kanzlei ist selbst voll digitalisiert, sie verfügt über eine stabile Serverlandschaft, und unsere Beratermannschaft ist mit Smartphones und Tablets ausgestattet. Wir arbeiten zudem eng mit unserem Kooperationspartner DATEV zusammen – mit Unternehmen online haben wir eine Plattform, über die wir Informationen in Echtzeit austauschen. Außerdem investieren wir in die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung unserer Kollegen, sodass wir stets über die neuesten Software-Lösungen informiert sind. Die Digitalisierung ist Teil unserer Realität. Wer auf Dauer erfolgreich sein will, muss mit dem Tempo der digitalen Zeit Schritt halten.  

Herr Siemer, vielen Dank für das Gespräch. 

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