E-Mail info@siemerundpartner.de
Telefon +49 421 33763-0

Kassenprüfung durch das Finanzamt: Wenn der Prüfer plötzlich vor der Tür steht

Bereits seit dem 1. Januar 2018 wendet das Finanzamt das neue Instrument an. Das hat im vergangenen Jahr auch zu Konfrontationen und Verunsicherung geführt.

Ob offene Ladenkasse oder hochkomplexes elektronisches System – im Thema Kassenführung bleibt Bewegung. Wahrscheinlich hatten Sie gerade Ihre Kassensysteme entsprechend den seit Anfang 2017 geltenden verschärften Anforderungen angepasst, da rüstete die Finanzverwaltung schon nach: Heute kann ein Amtsträger der Finanzbehörde unangekündigt bei Ihnen vor der Tür stehen und eine Kassenkontrolle durchführen.


Die fortschreitende Technisierung macht es möglich: Digitale Grundaufzeichnungen, z.B. in elektronischen Registrierkassen, können unerkannt gelöscht oder geändert werden. Tatsächlich wenden „Angreifer mit hohem Angriffspotential“ (BMF) viel Zeit und Geld auf, um Sicherheitslücken zu finden und die Systeme auszutricksen. Das ist anscheinend ein lohnendes Geschäft, denn der Markt bietet eine Fülle von Betrüger-Software, mit denen Einnahmen nachträglich frisiert werden können. Und der Fiskus treibt keinen geringeren Aufwand, um sich die durch Schummeleien an Registrierkassen entgangenen Steuergelder – Schätzungen gehen von bis zu 10 Mrd. Euro jährlich aus – zurückzuholen.


W

ie gehen die Prüfer bei der Kassennachschau vor?

Die Kassennachschau ist dabei ein eigenständiges Verfahren „zur zeitnahen Aufklärung steuererheblicher Sachverhalte“. Das kann zum Beispiel heißen, dass der Prüfer in Ihrem Online-Shop oder im Laden Testkäufe durchführt und dann direkt im Anschluss prüft, ob Sie diese Geschäftsvorfälle korrekt aufgezeichnet und gespeichert haben. Ist das nicht der Fall und bestehen etwa Lücken, wird er den Verdacht hegen, dass die Aufzeichnungen manipuliert wurden und kann fristlos zu einer umfassenden Außenprüfung übergehen. Verstöße gegen die Vorschriften für eine ordnungsmäßige Kassenführung können hohe Bußgelder bedeuten. So können Hersteller und Nutzer von Manipulationssoftware mit bis zu 25.000 Euro bestraft werden – übrigens unabhängig davon, ob dem Finanzamt ein steuerlicher Schaden entstanden ist. Im vergangenen Jahr hat die neue Praxis auch zu Konfrontationen geführt. In einem Infoschreiben hat das Bundesfinanzministerium die Pflichten von Unternehmern zu dem neuen Prüfungsinstrument daher näher beleuchtet.

Wie verhalte ich mich richtig, wenn der Prüfer vor der Tür steht?

Laut Gesetz darf der Prüfer „während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten“ in Ihren Geschäftsräumen seine Prüfung durchführen. Am späten Abend nach offiziellem Ladenschluss oder in Ihren Privaträumen müssen Sie nicht mit einem Besuch rechnen. Geraten Sie nicht in Panik und lassen Sie sich ein amtliches Schriftstück vorlegen, das die Zuständigkeit des Beamten klar ausweist. Die Kassennachschau ist keine Durchsuchung – und Sie sind kein Verdächtiger. Gute Vorbereitung ist viel wert. Idealerweise haben Sie Ihre Kassensysteme mit unserer Unterstützung den geltenden Anforderungen angepasst und können dem Beamten einen Datenträger vorlegen oder ihm die Daten elektronisch übermitteln, damit er alles im Amt prüfen kann. Sorgen Sie dafür, dass immer eine Person mit Kassenberechtigung anwesend ist, wenn Sie selbst nicht im Unternehmen sind. Müssen die Prüfer nämlich unverrichteter Dinge wieder gehen, können Sie damit rechnen, dass das Finanzamt eine umfangreichere Betriebsprüfung für mehrere Jahre anordnen wird. Gut auch, wenn Sie bereits jetzt ein System einsetzen, das die Finanzbehörden als resistent gegen Manipulationen einstufen. Bei der Auswahl beraten wir Sie gern. Auch wenn sich Ihre digitalen Unterlagen bei Ihrem Steuerberater befinden, kann das von Vorteil sein: Eine Außenprüfung wird dann mit angemessener Frist angekündigt, und Sie haben Zeit zu reagieren. Am besten nehmen Sie im Fall einer unangekündigten Kontrolle gleich Kontakt zu uns auf, damit wir Ihnen in dieser Situation zur Seite stehen können.

Wenn sich Ihre digitalen Unterlagen bei Ihrem Steuerberater befinden, kann das nach einer unangekündigten Kassenkontrolle von Vorteil sein.

Die vom Finanzamt verlangte Sicherheit und Transparenz kann hohe Kosten verursachen. Doch sollten Sie kein Risiko eingehen und die Gesetzeskonformität Ihrer Kasse sicherstellen, damit Sie im Fall einer unangekündigten Kassennachschau nichts zu befürchten haben.
Gerne helfen wir Ihnen dabei.

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie ihn teilen.

Wir verwenden die neue c't-Shariff-Technologie für besseren Datenschutz.